Die Klepfer

Webseite ehemaliger Schüler der Weißen Väter und ihrer Weggefährten

"Kleine Afrikahilfe"

von Hans Geisinger

Meine im Folgenden beschriebene Aktion für ein Entwicklungsprojekt in Burkina Faso ist zwar schon lange her, zeigt aber doch die Verbundenheit mit dem afrikanischen Kontinent, der eigentlich einmal der Mittelpunkt unseres Lebens hätte werden sollen. Als damals vor vielen Jahren ein mir gut bekannter Förster aus Ochsenhausen/Steinhausen bei einer Reise mit seinem Sohn die Not in einem der ärmsten Länder der Welt sah, beschloss er, einen Förderverein zu gründen mit dem Namen "Förderverein Piéla e.V." Alle Mitglieder, inzwischen rd. 300, sind ehrenamtlich tätig. Später kam noch Bilanga hinzu!

Der Gründer des Vereins , Erich Reck


Die Philosophie des Vereins gründete auf dem afrikanischen Motto:
"Viele kleine Leute
in vielen kleinen Orten,
die viele kleine Dinge tun,
können das Gesicht der Welt verändern"
Mehrere Jahre war ich danach Mitglied bei diesem "anerkannten Verein" und wohnte in Ochsenhausen bis meine Frau kurz vor Beendigung ihres Architekturstudiums im Alter von nur 27 Jahren starb. Ein Schock!
Nach dem frühen Tod meiner Frau Angelika und dem späteren Wegzug von Ochsenhausen nach Ahlen in mein Elternhaus gab ich mein Engagement bei "Piéla" auf und unterstütze seither die Aktion "Gebende Hände", außerdem war und bin ich" in dieser Hinsicht" immer noch mit den Weißen Vätern und auch Piéla verbunden.



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Abb. 1:Faso - westafrikanischer Binnenstaat unterhalb des Nigerbogens
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Abb.: 2 Schülerinnen der protestantischen Primarschule im Jahr 1987

Projekt Schule/Wasser/Gesundheit

  • Erstes Ziel des Vereins nach der Gründung war der Bau einer Mädchenschule der protestantischen Kirche mit angeschlossenem Internat.
  • Dazu kam später die Mittelschule mit Internat und eine Oberschule.
  • Weiterhin kam eine dreizügige Vorschule dazu. Zuletzt unterstützte der Verein 24 Primarschulen und drei Mittelschulen.
  • Sicherung der Trinkwasserversorgung mit solarbetriebenen Pumpsystemen und Wassserabgabestationen für 12000 Einwohner. Dazu kam ein Schulbrunnen und Lehrerwohnungen wurden gebaut. In allen Gebäuden wurde Solarlicht installiert.
  • Bau von Gesundheitszentren
  • Unterstützung von Frauenzentren über mehrere Mikroprojekte für die Sicherung von Einkommen. Beispiele: Gartenbau, Imkerei, Schäferei, Herstellung von Batiken

Zuletzt gingen dafür zweckgebundenen Großspenden von € 9000 und €10 000 ein. Geld für die Projekte kommt auch aus dem jährlichen Verkauf von Waldsträußen und Adventskränzen beim Weihnachtsmarkt sowie durch Zahngoldspenden. Außerdem bezahlen die Gemeinden Ochsenhausen und Steinhausen/R. seit über 30 Jahren das Gehalt einer Lehrerin/eines Lehrers an der Primarschule.



Projekt Sturmholzaufarbeitung

Ursprünglich war die Holzaktion eine ganz wichtige erste Einnahmequelle für Piéla, bei der ich mich auch aktiv beteiligte.Mehrere Samstage in de achtziger Jahren fanden sich "aufgeschlossene Helfer" neben mir, die aktiv mithalfen‚ das Sturmholz in den Wäldern um Ochsenhausen/Steinhausen R. unter Anleitung von Förster Reck aufzuräumen u. für den Verkauf "herzurichten", d.h, zu entasten, auf bestimmte Länge zu sägen, herauszutragen, aufzuschichten. Mit dabei waren geschulte Waldarbeiter oder Freiwillige mit ihren Motorsägen, denn das Sturmholz musste rasch "aufgearbeitet" werden, da ab Mitte April die schädlichen Borkenkäfer dort einen für sie idealen Brutraum finden und sich rasch vermehren.



Waldarbeiten

Abb.: 3 und 4:Sturmholz - Arbeit mit der Motorsäge

Außerdem halfen Bauern aus den Nachbargemeinden mit ihren geschulten Pferden beim sogenannten "Holzrücken" mit, da die Waldböden mit schweren Maschinen nicht zu sehr belastet werden sollten. Für schwer zugängliche Flächen sind die Pferde bestens geeignet.



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Abb. 5:Arbeit mit der Motorsäge
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Abb. 6:Rückepferd bei der Arbeit

Andere Bauern zogen mit ihren Traktoren das Sturmholz auf freie Flächen wo sie entastet u. in jeweils gleiche Längen geschnitten wurden. Unsere Helferaufgabe war dann das Hinaustragen und das Aufschichten , was bei oft unwegsamem Gelände und Gräben sehr anstrengend war.

Das aufgeschichtete Holz wurde später verkauft und der Erlös ging an das Entwicklungsrojekt Piéla. Wichtig war bei allen Helfern, ob evangelisch, katholisch oder einfach Menschenfreund‚ einen Beitrag für eine der ärmsten Regionen Afrikas zu leisten, gemäß dem Prinzip:"Hilfe zur Selbsthilfe".

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Abb. 7:Ein fleißiger Helfer
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Abb. 8:Ohne die Maschinen lief nichts.


Geschenk an meinen Heimatort


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Abb. 9: Diese Stoffbatik wurde von Frauen in Pièla hergestellt. Sie zeigt den Alltag und die Tätigketen der Menschen im Land. Diese Batik fand einen ehrwürdigen Platz im Gemeindesaal von Ahlen und unsere Ortsvorsteherin Conny zeigte sich höchst erfreut über das afrikanische Kunstwerk.